Reisezeitraum: 05. - 07.05.2026

Birgit Brangenberg
Sonnenuntergang über dem Meer, aufgenommen vom Deck der Fähre „Fridtjof Nansen“, mit rotem Rettungsring im Vordergrund.
„Eine Expeditionsreise ist nicht nur eine Reise zu neuen Orten – sie eröffnet auch neue Perspektiven.“

Die Reise mit der MS Fridtjof Nansen hat gezeigt, wie modern, entspannt und zugleich lehrreich eine Expeditionskreuzfahrt sein kann. Besonders überzeugt haben mich die herzliche Crew, das stilvolle norwegische Ambiente, die hochwertige Verpflegung und das abwechslungsreiche Wissenschaftsprogramm. Die kurze Route von Hamburg nach Helgoland bot einen idealen Einblick in das HX-Reisekonzept und eignet sich besonders für naturinteressierte Reisende, die Wert auf Entdeckungen, Wissen und eine persönliche Atmosphäre legen.

Vom 5. bis 7. Mai 2026 durfte ich die MS Fridtjof Nansen auf einem MEGA FAM Trip von Hamburg nach Helgoland und zurück kennenlernen. Die kurze Reise vermittelte einen überraschend umfassenden Eindruck davon, was eine moderne Expeditionskreuzfahrt mit HX ausmacht: ein kleines Schiff, intensive Naturerlebnisse, wissenschaftliche Einblicke, eine entspannte Atmosphäre und eine außergewöhnlich engagierte Crew.

Entspannte Anreise zum Cruise Center Altona

Meine Reise begann mit der Zugfahrt nach Hamburg-Altona. Vom Bahnhof aus gelangt man schnell und unkompliziert mit der Buslinie 111 zum Cruise Center Altona.

Die Einschiffung war zwischen 11:30 und 14:30 Uhr möglich. Wer früh an Bord kam, konnte bereits an einer der angebotenen Schiffsführungen teilnehmen, das Science Center besuchen oder sich in Ruhe bei einem Mittagessen stärken.

Erster Eindruck von der MS Fridtjof Nansen

Nach dem Bezug der Kabine ging es für mich zunächst in das Restaurant Fredheim. Es ist eines der beiden inkludierten Restaurants mit Menükarte an Bord. Im Restaurant Aune werden Buffets sowie ausgewählte Menüs angeboten.

Das Restaurant Lindstrøm richtet sich in erster Linie an Suitengäste. Andere Reisende können dort nach Verfügbarkeit gegen Aufpreis reservieren.

Bereits beim Betreten des Schiffes fiel mir das geschmackvolle, moderne und dennoch gemütliche norwegische Interieur auf. Die MS Fridtjof Nansen ist ein Hybridschiff für maximal rund 490 Passagiere. Trotz der hochwertigen Ausstattung wirkt das Schiff nicht steif oder überladen. Die Atmosphäre an Bord ist angenehm locker, und eine formelle Kleiderordnung gibt es nicht.

Schiffsführung: Suiten, Expeditionsausrüstung und die 1896-Kabine

Am Nachmittag nahm ich an einer Schiffsführung teil. Dabei konnten wir eine Mini Suite, eine größere Suite sowie die großzügige XL-Suite Fridtjof Nansen besichtigen.

Auf Deck 4 wurde uns außerdem ein Teil der Expeditionsausrüstung vorgestellt. Dazu gehört Equipment für Aktivitäten wie Kajakfahrten oder Übernachtungen an Land. Auch die an Bord bereitgehaltenen Gummistiefel, die für verschiedene Anlandungen genutzt werden können, gehören zum Expeditionskonzept.

Besonders interessant war die sogenannte 1896-Kabine. Sie vermittelt einen Eindruck davon, wie Passagiere in der frühen Zeit der Expeditionsreisen an Bord lebten. Während unserer Reise war sie tagsüber zur Besichtigung geöffnet. Eine Übernachtung konnte für 100 Euro pro Person gebucht werden. Ein Teil der Einnahmen unterstützt die HX Foundation und damit zukünftige Projekte und wohltätige Aktivitäten. Das Tagesprogramm auf Helgoland weist ausdrücklich darauf hin, dass 50 Prozent der Einnahmen aus Buchungen der Kabine der Stiftung zugutekommen.

Präsentation von Polarausrüstung an Bord: Eine Person trägt warme Expeditionskleidung und steht neben einem roten Zelt und Schlafsäcken.
Wissenschaft, Bildung und Nachhaltigkeit bei HX

Die drei Themen Wissenschaft, Bildung und Nachhaltigkeit spielen bei HX eine zentrale Rolle.

Nach Angaben während der Reise stellt HX über seine Stiftung jährlich rund 2.000 Kabinen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Verfügung. An Bord befindet sich regelmäßig ein wissenschaftlich ausgebildetes Expeditionsteam, zu dem unter anderem Meeresbiologen, Ornithologen, Geologen und Glaziologen gehören können.

Das Herzstück dieses Konzepts ist das Science Center auf Deck 6. Hier können Gäste an Vorträgen, Workshops und praktischen Untersuchungen teilnehmen. Wissenschaft bleibt dadurch nicht abstrakt, sondern wird unmittelbar erlebbar.

Während unseres Aufenthalts vor Helgoland gehörten unter anderem folgende Veranstaltungen zum Tagesprogramm:

  • Vorträge über Navigation und die Geschichte der Seefahrt
  • Workshops zur Klanglandschaft des Ozeans
  • Untersuchungen von Plankton aus Wasserproben von Helgoland
  • ein Workshop über Erdbeben und erdbebensicheres Bauen
  • Vorträge über Wolkenbeobachtung und NASA-Forschungsprojekte
  • Einblicke in die Tierwelt Südgeorgiens
  • Informationen über die Geologie Spitzbergens

Das umfangreiche Programm zeigt, dass eine Expeditionsreise mit HX weit mehr als eine klassische Kreuzfahrt ist. Gäste lernen die besuchten Regionen aus wissenschaftlicher, ökologischer und kultureller Perspektive kennen.

Sail-away und Abendessen ohne formelle Kleiderordnung

Nach der offiziellen Begrüßung in der Explorer Lounge und der Sicherheitsübung hieß es um 18 Uhr: Leinen los. Beim Sail-away genoss ich einen Drink an der Poolbar und den Blick auf Hamburg und die Elbe.

Am Abend wurde im Restaurant Aune ein hervorragendes Menü serviert. Das Essen ist hochwertig, die Atmosphäre aber erfreulich ungezwungen. Genau diese Kombination hat mir gut gefallen: feine Küche, aufmerksamer Service und trotzdem keine formelle Kleiderordnung.

Später sorgte Live-Musik in der Explorer Lounge für einen entspannten Ausklang des Tages. Am zweiten Abend trat sogar die Crew-Band auf.

Mit dem Tenderboot nach Helgoland

Am Mittwochvormittag stand zunächst ein deutschsprachiger Vortrag über Navigation auf dem Programm. Danach ging es in die Expedition Lounge auf Deck 3. Hier erhielten wir Informationen zur Organisation der Tenderfahrten und zu den Expeditionsgruppen.

Die Passagiere werden bei HX in Gruppen mit Tiernamen eingeteilt. Die Reihenfolge bei Exkursionen und Anlandungen wechselt, sodass die Gruppen möglichst gleichmäßig berücksichtigt werden. Ich gehörte zu den Bearded Seals.

Für den Expeditionstag auf Helgoland waren mehrere Tenderzeiten vorgesehen. Die ersten Gruppen starteten bereits am Morgen, während meine reguläre Gruppenzeit für 14 Uhr angesetzt war. Sobald die zuerst eingeteilten Gäste übergesetzt hatten, konnten jedoch auch andere Passagiere verfügbare Tenderboote nutzen.

Die Boote pendelten anschließend fortlaufend zwischen Schiff und Insel. Laut Tagesprogramm verkehrten sie ungefähr alle 20 Minuten; das letzte Boot sollte um 17 Uhr von Helgoland zum Schiff zurückkehren.

Helgoland zu Fuß entdecken

Helgoland lässt sich sehr gut zu Fuß erkunden. Der Rundweg über die Insel ist ungefähr fünf Kilometer lang und bietet schöne Ausblicke auf die Nordsee, die Felsenlandschaft und die für Helgoland typische Natur.

Gerade bei einer kurzen Reise ist die Insel deshalb ein ideales Ziel. Man benötigt keine umfangreiche Ausflugsplanung, sondern kann individuell loslaufen und die wichtigsten Bereiche in wenigen Stunden kennenlernen.

Mehrere Mikroskope stehen auf einem runden Arbeitstisch in einem Forschungslabor an Bord eines Schiffes.
Wissenschaft zum Mitmachen: Plankton aus Helgoländer Wasserproben

Nach der Rückkehr auf die MS Fridtjof Nansen besuchte ich weitere Vorträge und Veranstaltungen. Besonders spannend war die Untersuchung von Plankton aus Wasserproben, die bei Helgoland gesammelt worden waren.

Unter dem Mikroskop konnten die Gäste sehen, wie vielfältig das Leben in einem einzigen Wassertropfen sein kann. Weitere Programmpunkte beschäftigten sich mit Erdbeben, Wolken, Geologie und der Tierwelt in verschiedenen Expeditionsregionen.

Genau diese Verbindung aus Reiseerlebnis und Wissensvermittlung macht den besonderen Charakter einer HX-Reise aus. Man betrachtet eine Landschaft nicht nur, sondern versteht anschließend besser, wie sie entstanden ist, welche Tiere dort leben und warum ihr Schutz wichtig ist.

Digitales Bordleben mit der HX App

HX arbeitet weitgehend digital, um Papier zu reduzieren. Das aktuelle Tagesprogramm und wichtige Informationen werden unter anderem über folgende Kanäle bereitgestellt:

  • die HX App
  • den Fernseher in der Kabine
  • Bildschirme im Rezeptionsbereich
  • das Expeditions- und Rezeptionsteam

Auch Restaurant- und Wellnessreservierungen lassen sich über die App vornehmen.

Bereits vor der Einschiffung wurde empfohlen, den Check-in über die HX App durchzuführen. Dafür wurden lediglich die Buchungsnummer und der in der Buchung hinterlegte Name benötigt.

Häufig gestellte Fragen

Die MS Fridtjof Nansen eignet sich besonders für Reisende, die sich für Natur, außergewöhnliche Landschaften, Tierbeobachtungen und wissenschaftliche Zusammenhänge interessieren.

Wer in erster Linie ein großes Unterhaltungsprogramm, ausgelassene Partys oder ein klassisches Kreuzfahrtschiff mit zahlreichen Attraktionen sucht, wird möglicherweise ein anderes Reisekonzept bevorzugen.

HX richtet sich vielmehr an neugierige Entdeckerinnen und Entdecker, die komfortabel reisen, dabei aber möglichst intensiv mit einer Region in Kontakt kommen möchten.

Die MS Fridtjof Nansen ist für maximal rund 490 Passagiere ausgelegt. Dadurch ist sie deutlich kleiner und persönlicher als viele klassische Kreuzfahrtschiffe.

Viele wesentliche Leistungen sind bereits eingeschlossen. Dazu gehören Mahlzeiten, Trinkgelder, zahlreiche Getränke, Vorträge, Aktivitäten und in der Regel tägliche Ausflüge. Premiumangebote und einige zusätzliche Leistungen können kostenpflichtig sein.

Eine formelle Kleiderordnung gibt es nicht. Die Atmosphäre ist entspannt und unkompliziert. Zweckmäßige, bequeme Kleidung steht im Vordergrund.

Zu den Restaurants zählen Aune, Fredheim und Lindstrøm. Aune und Fredheim gehören zu den regulären gastronomischen Angeboten. Lindstrøm ist insbesondere für Suitengäste vorgesehen, kann aber teilweise auch gegen Aufpreis reserviert werden.

Das Science Center ist der wissenschaftliche Mittelpunkt des Schiffes. Dort finden Vorträge, Workshops, mikroskopische Untersuchungen und weitere Veranstaltungen mit dem Expeditionsteam statt.

Das hängt vom Alter, von der Route und vom Interesse des Kindes ab. Besonders geeignet ist das Konzept für neugierige Kinder und Jugendliche, die sich für Natur, Tiere und Wissenschaft begeistern. Die jeweiligen Altersbestimmungen sollten vor der Buchung geprüft werden.

Empfehlenswert sind wetterfeste Kleidung, feste Schuhe, mehrere Kleidungsschichten sowie Sonnen- und Regenschutz. Da sich das Wetter auf der Nordsee schnell ändern kann, sollte man auch bei einer kurzen Reise auf unterschiedliche Bedingungen vorbereitet sein.

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