Reisezeitraum: 20. - 25.04.2026

Sandra Janissen
Sandra Janissen lächelt an der Reling eines Schiffes vor einem glitzernden Fjord und schneebedeckten Bergen.
„Diese Ruhe an Bord, die faszinierende Landschaft und die ständig wechselnden Lichtverhältnisse – ich konnte mich einfach nicht sattsehen.“

Die sechstägige Reise mit der Havila Castor führte von Bergen entlang der norwegischen Postschiffroute bis nach Tromsø. Zu den Höhepunkten gehörten die Fahrt durch den Geirangerfjord, Trondheim, die Überquerung des Polarkreises, eine Seeadlerbeobachtung bei Bodø, die Lofoten und das winterliche Tromsø.

Die Reise eignet sich besonders für Naturliebhaber, Ruhesuchende und Reisende, die Norwegens Küste intensiv erleben möchten. Die modernen Schiffe, die regionale Küche und die emissionsarme Fahrt durch sensible Fjordregionen machen Havila zu einer interessanten Alternative zu klassischen Kreuzfahrten. Die Reiseleistungen umfassten unter anderem die Flüge, Transfers, vier Übernachtungen in einer Außenkabine, eine Hotelübernachtung in Tromsø sowie ausgewählte Ausflüge.

Meine Reise mit Wolters Reisen und Havila Cruises

Vom 20. bis 25. April 2026 durfte ich gemeinsam mit Wolters Reisen und Havila Voyages eine ganz besondere Reise entlang der norwegischen Küste erleben. Unsere Route führte von Bergen über Ålesund, Trondheim, Bodø und die Lofoten bis nach Tromsø. Schon nach kurzer Zeit war mir klar: Diese Reise lebt nicht nur von ihren eindrucksvollen Landschaften, sondern vor allem von der Ruhe, dem Licht und der Nähe zur Natur.

Bergen – Auftakt in der Stadt der sieben Berge

Unsere Reise begann mit dem Flug von Frankfurt nach Bergen. Die historische Hansestadt liegt zwischen Sognefjord und Hardangerfjord und ist ein idealer Ausgangspunkt für Reisen in die norwegische Fjordwelt.

Besonders bekannt ist Bergen für das UNESCO-Welterbe Bryggen mit seinen farbenfrohen, historischen Holzhäusern. Sehenswert sind außerdem die Fantoft-Stabkirche, die königliche Residenz Gamlehaugen sowie die Fløibahn auf den Hausberg Fløyen. Von dort bietet sich bei gutem Wetter ein wunderschöner Blick über die Stadt, den Hafen und die umliegenden Berge.

Bergen lässt sich sehr gut individuell erkunden. Gerade in den Sommermonaten lohnt sich die Fahrt mit der Fløibahn – auch für Familien mit Kindern.

Außenbereich der Havila Castor mit großem Havila-Schriftzug.
Einschiffung auf die Havila Castor

Am Abend hieß es für uns: Leinen los! Wir gingen an Bord der Havila Castor, einem modernen Postschiff von Havila Voyages.

Havila betreibt vier Schiffe, die nicht nur Reisende entlang der norwegischen Küste befördern, sondern auch Waren zwischen den zahlreichen Häfen transportieren. Die Schiffe werden mit Flüssigerdgas betrieben und können bis zu vier Stunden rein elektrisch fahren. Gerade in sensiblen Fjordregionen ist das ein großer Vorteil, denn dadurch gleitet das Schiff besonders leise durch die Landschaft.

Die Havila Castor verfügt über 179 Kabinen und bietet Platz für rund 640 Passagiere. Die Kabinen und Badezimmer sind modern, hell und überraschend großzügig. Auch barrierefreie Innen-, Außen- und Balkonkabinen stehen zur Verfügung.

Ein hilfreicher Tipp für Reisen in der Polarlichtsaison: Über das Kabinentelefon lässt sich ein Polarlichtalarm aktivieren. Dazu muss lediglich die Tastenkombination *10 gewählt werden.

Mein Kabinentipp

Die Havila-Schiffe legen in der Regel mit der Backbordseite an. Da manche Häfen auch nachts zum Be- und Entladen angefahren werden, kann es in der Nähe der Ladeluke zeitweise lauter sein. Wer besonders geräuschempfindlich ist, sollte bei der Kabinenwahl darauf achten, nicht unmittelbar oberhalb dieses Bereichs untergebracht zu sein.

Kulinarik an Bord: regional, nachhaltig und überraschend vielseitig

Die Verpflegung an Bord hat mich positiv überrascht. Zum Frühstück gibt es ein Buffet, zusätzlich können verschiedene warme Gerichte à la carte bestellt werden.

Mittags und abends wird ein Menükonzept angeboten. Die Auswahl ist groß und orientiert sich an der norwegischen Küche sowie an den Regionen, durch die das Schiff fährt. Viele Zutaten stammen von lokalen Fischern, Bauern und kleineren Betrieben.

Besonders gut gefällt mir der nachhaltige Ansatz von Havila. Durch kleinere Portionen und die Möglichkeit, mehrere Gerichte zu bestellen, werden deutlich weniger Lebensmittel weggeworfen. Pro Mahlzeit stehen in der Regel mehrere unterschiedliche Gerichte zur Auswahl – hungrig muss hier wirklich niemand bleiben.

Ergänzend zur Vollpension kann das Havly-Paket gebucht werden. Es beinhaltet Kaffeespezialitäten, leichte Mahlzeiten und Backwaren im Havly Café.

Polarlichter im April – ein unerwarteter Reisehöhepunkt

Bereits in der ersten Nacht erwartete uns eine große Überraschung: Wir konnten tatsächlich Polarlichter sehen. Für Ende April ist das eher ungewöhnlich, denn die besten Chancen bestehen normalerweise im Herbst sowie zwischen Februar und März.

Dieses Erlebnis war für mich eines der ganz großen Highlights der Reise. Der Himmel, das Licht und die stille norwegische Küste haben eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen.

Polarlichter über dem Meer, aufgenommen vom Außendeck der Havila Castor.
Ålesund und der Geirangerfjord

Am zweiten Reisetag erreichten wir Ålesund. Die Stadt gilt als eines der schönsten Jugendstilziele Norwegens und als Tor zur Fjordwelt rund um den Geirangerfjord.

Die Fahrt durch den Geirangerfjord war schlichtweg atemberaubend. Steile Bergflanken, kleine Höfe und zahlreiche Wasserfälle ziehen langsam am Schiff vorbei. In diesem Gebiet fährt die Havila Castor rein elektrisch. Dadurch wird die Stille der Natur nicht durch Motorengeräusche unterbrochen.

Unser Aufenthalt in Geiranger war sehr kurz, sodass wir nicht von Bord gegangen sind. Auch in Ålesund blieb lediglich Zeit für einen ersten Eindruck von der schönen Jugendstilarchitektur.

Für Reisende, die viel Zeit in den einzelnen Häfen verbringen möchten, sind die teilweise kurzen Liegezeiten ein wichtiger Punkt. Der große Vorteil dieser Reiseform liegt dagegen darin, dass Havila auch schmale Fjorde, kleinere Häfen und eindrucksvolle Schärenpassagen befahren kann.

Trondheim – Geschichte, Nidarosdom und farbenfrohe Speicherhäuser

Am dritten Reisetag erreichten wir Trondheim. Mit einer historischen Straßenbahn fuhren wir zunächst hinauf zum Lian-See, einem beliebten Naherholungsgebiet der Stadt.

Anschließend erkundeten wir Trondheim im Rahmen einer Stadtrundfahrt. Besonders beeindruckend waren der Nidarosdom, Norwegens bedeutendstes gotisches Bauwerk, sowie die farbenfrohen Speicherhäuser am Fluss Nidelva.

Trondheim lässt sich grundsätzlich auch sehr gut individuell erkunden. Die historische Straßenbahnfahrt ist nett und eignet sich meiner Meinung nach besonders für Familien.

Nach dem Mittagessen an Bord setzten wir unsere Reise Richtung Norden fort. Die Fahrt vorbei am markanten Leuchtturm Kjeungskjær und durch den weitläufigen Schärengarten war ein beeindruckendes Naturschauspiel.

Sandra Janissen auf einem Ausflugs- oder Tenderboot vor schneebedeckten Bergen.
Überquerung des Polarkreises und Ankunft in Bodø

Am vierten Tag überquerten wir am frühen Morgen den Polarkreis. Dieses besondere Ereignis wurde an Bord mit einer traditionellen Polarkreistaufe gefeiert.

Später erreichten wir Bodø, eine der größten Städte nördlich des Polarkreises und ein wichtiges Tor zur Natur Nordnorwegens.

Von hier aus unternahmen wir eine Fahrt mit dem RIB-Boot zum Saltstraumen und zur Seeadlerbeobachtung. Der Saltstraumen gilt als einer der stärksten Gezeitenströme der Welt. Da seine Intensität von Gezeiten und Mondphasen abhängt, war er während unseres Besuchs allerdings kaum zu erkennen.

Dafür hatten wir großes Glück mit einem Seeadler, der minutenlang direkt über unserem Boot kreiste. Dieser Moment war einfach unglaublich und machte den Ausflug für mich zu einem der schönsten Erlebnisse der Reise.

Man sollte allerdings wissen, dass ein RIB-Boot je nach Wellengang sehr hart auf dem Wasser aufsetzen kann. Für Reisende mit Rückenproblemen ist dieser Ausflug daher nur eingeschränkt geeignet.

Die Lofoten – schroffe Gipfel und kleine Fischerdörfer

Am Abend erreichten wir die faszinierende Inselwelt der Lofoten. Durch den engen Raftsund fuhren wir an steil aufragenden Bergen, schmalen Fjorden und kleinen Fischerdörfern vorbei.

Diese Passage zeigte noch einmal eindrucksvoll, warum eine Reise mit einem kleineren Postschiff so besonders ist. Große Kreuzfahrtschiffe können viele dieser engen Wasserwege nicht befahren.

In Stamsund nahmen wir an einem Wikinger-Abendessen teil. Dieser Ausflug hat mich persönlich nicht überzeugt. Die Busfahrt war vergleichsweise lang, die Vorführung eher touristisch inszeniert und das Gesamterlebnis entsprach nicht meinen Erwartungen.

Nach dem Ausflug stiegen wir in Svolvær wieder an Bord.

Tromsø – mein Lieblingsort der Reise

Am fünften Tag erreichten wir nach der Fahrt durch den Vågsfjord Tromsø. Die Stadt wird oft als Tor zur Arktis oder als Polarhauptstadt bezeichnet und liegt spektakulär zwischen Fjorden und Bergen.

Tromsø hat mich sofort begeistert. Die Stadt besitzt eine besondere Mischung aus arktischer Geschichte, nordischem Stadtleben und einer fast abenteuerlichen Atmosphäre. An manchen Stellen erinnerte mich das Zentrum sogar ein wenig an eine alte Goldgräberstadt.

Wir erkundeten Tromsø individuell zu Fuß. Besonders sehenswert ist die markante Eismeerkathedrale auf der gegenüberliegenden Fjordseite. Das Wetter zeigte sich typisch nordnorwegisch: Schnee, Sonne, wieder Schnee und erneut Sonne.

Am nächsten Morgen präsentierte sich Tromsø schließlich in einem wunderschönen Winterkleid. Ende April noch einmal durch frischen Schnee zu laufen, war ein ganz besonderer Abschluss unserer Reise.

Für mich war Tromsø von allen besuchten Städten das klare Highlight. Ich trat auf die Straße und fühlte mich sofort wohl – sowohl wegen des Stadtbildes als auch wegen der besonderen Atmosphäre.

Mein Fazit zur Reise mit Havila Voyages

Diese Reise war für mich ein einziges Highlight. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die unerwarteten Polarlichter, die Fahrt durch den Geirangerfjord, die Seeadlerbeobachtung bei Bodø und die Ankunft in Tromsø.

Was Havila von großen Kreuzfahrtschiffen unterscheidet, ist vor allem die Nähe zur norwegischen Küste. Die Schiffe fahren durch schmale Fjorde, enge Sunde und kleine Häfen, die für viele größere Schiffe nicht erreichbar sind. Dafür sind die Aufenthalte in manchen Orten relativ kurz.

Wer möglichst viel Zeit in den Städten verbringen möchte, muss die Route und die Liegezeiten genau prüfen. Wer dagegen die Landschaft, die wechselnden Lichtverhältnisse und die Fahrt entlang der Küste genießen möchte, findet hier eine ganz besondere Form des Reisens.

Häufig gestellte Fragen

Havila verbindet Kreuzfahrt, Küstenreise und Transportverkehr. Die Schiffe laufen viele kleinere norwegische Häfen an und können schmale Fjorde sowie enge Küstenpassagen befahren. Dafür sind die Liegezeiten teilweise kürzer als bei klassischen Kreuzfahrtschiffen.

Ja. Die Kabinen, Badezimmer und öffentlichen Bereiche wirken modern und großzügig. Das Schiff verfügt außerdem über barrierefreie Kabinen und moderne Antriebstechnik.

a. In der Polarlichtsaison kann über das Kabinentelefon ein Alarm aktiviert werden. Dadurch werden Gäste informiert, sobald Polarlichter gesichtet werden.

Die besten Chancen bestehen normalerweise zwischen Herbst und Frühjahr, insbesondere in den Monaten Oktober und November sowie Februar und März. Sichtungen hängen jedoch immer von der Bewölkung und der Sonnenaktivität ab.

Grundsätzlich ja. Viele Städte lassen sich gut individuell erkunden. Auch Fahrten mit der Fløibahn in Bergen oder der historischen Straßenbahn in Trondheim können für Familien interessant sein. Bei aktiven Ausflügen sollten Alter, Kondition und Wellengang berücksichtigt werden.

Nein. Das Boot kann je nach Seegang sehr hart auf dem Wasser aufsetzen. Für Menschen mit Rücken-, Nacken- oder Bandscheibenproblemen ist dieser Ausflug möglicherweise nicht geeignet.

Ja. Beide Städte lassen sich gut zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln entdecken. Bei kurzen Hafenaufenthalten sollte jedoch genau auf die Abfahrtszeit des Schiffes geachtet werden.

Die Verpflegung ist hochwertig, regional ausgerichtet und abwechslungsreich. Frühstück wird als Buffet mit zusätzlichen À-la-carte-Gerichten angeboten. Mittags und abends gibt es eine größere Menüauswahl mit kleinen Portionen, von denen mehrere Gerichte bestellt werden können.

Nicht immer. Da Havila Teil des regulären Küstenverkehrs ist, können manche Aufenthalte sehr kurz sein. Reisende sollten deshalb vorab prüfen, welche Orte sich für individuelle Landgänge eignen.

Die Reise eignet sich besonders für Naturliebhaber, Fotografen, Ruhesuchende, Norwegen-Fans und Reisende, die Wert auf Landschaft, Nachhaltigkeit und authentische Küstenerlebnisse legen.

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